Fort- und Weiterbildung für Praxisanleiter*innen

Seit dem 01.01.2020 sind die Voraussetzungen für die Qualifikation von Mitarbeitenden für die Praxisanleitung verändert.

Praxisanleiter können Pflegefachkräfte sein bzw. werden, die die Grundvoraussetzungen nach §4 Abs. 2 u. 3 Ausbildungs- und Prüfungsverordnung erfüllen: Dies sind eine abgeschlossene dreijährige Fachkraftausbildung und mindestens ein Jahr Berufserfahrung innerhalb der letzten fünf Jahre in dem Bereich, in dem angeleitet wird.

Außerdem müssen Praxisanleiter*innen eine entsprechende Zusatzqualifikation nachweisen:

  • Weiterbildung zur Praxisanleitung von mind. 300 Stunden
  • oder bis 31.12.2019 abgeschlossene Zusatzqualifikation mit 200 Std. (Bestandsschutz)
  • oder, bei in 2019 begonnener und 2020 abgeschlossener Zusatzqualifikation: Weiterbildung von 100 Std. innerhalb von drei Jahren (bis 2022)

Hinzu kommt eine jährliche Fortbildungspflicht von mindestens 24 Std./Jahr (Fortbildung zu vorwiegend berufspädagogischen Themen).

Sonderfall

Praxisanleitende in den sog. „weiteren Lernorten“ in der Pädiatrie und Psychiatrie nach Pflegeberufe-Ausbildungs- und Durchführungsverordnung (PflBADVO) des Landes Schleswig-Holstein (z.B. integrative Kitas, Förderzentren, Rehaeinrichtungen, Wohngruppen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe) brauchen die 200- bzw. 300-stündige Fachweiterbildung nicht.

Für Praxisanleitende in den pädiatrischen Lernorten nach §8 (4) PflBADVO ist die jährliche Fortbildungspflicht per Erlass in SH ausgesetzt.

Wo kann ich mich / meine Mitarbeiter*innen für die Praxisanleitung qualifizieren?

Der Großteil der Pflegeschulen in Schleswig-Holstein hat angeschlossene Fort- und Weiterbildungszentren, die die Fort- und Weiterbildungen für Praxisanleiter*innen regelmäßig und fortlaufend anbieten. Dazu kommen weitere Fortbildungsinstitute, das Angebot ist groß, landesweit gut ausgefüllt und steht in unterschiedlichen Zeitformaten zur Verfügung. Seit der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie werden dazu immer mehr Online-Seminare entwickelt und angeboten. Sie werden im Netz in den Weiterbildungs- und Kursportalen schnell fündig.

Wollen Sie es glauben oder nicht?

Aufgeschnappt!

Ich habe da irgendwo aufgeschnappt:

„Pflichteinsätze an reinen Lernorten (kein Ausbildungsträger) gehören zu den „weiteren Einsätzen“ und dauern entsprechend nur 160 Stunden.“

Richtig ist:

Die Pflichteinsätze in den Versorgungsbereichen stationäre Akutpflege, stationäre Langzeitpflege und ambulante Akut- und Langzeitpflege dauern jeweils 400 Stunden. Dies ist unabhängig davon, ob der Lernort selbst als Ausbildungsträger aktiv ist oder als reiner Lernort zur Verfügung steht. Einsatzorte müssen jedoch einen Versorgungsvertrag haben (nach §108 SGB V oder §§ 71 u. 72 SGB XI).
Pflichteinsätze in der Pädiatrie und in der Psychiatrie dauern 120 Stunden und sind neben Einsatzorten in der klinischen Versorgung nach PflBADVO auch in Betrieben der Sozialwirtschaft möglic
h.
Die sogenannten „weiteren Einsätze“ von 160 Stunden beschreiben die Wahleinsätze (2x 80 Stunden) im letzten Ausbildungsdrittel. Ein Wahleinsatz sollte im Bereich des Vertiefungseinsatzes beim Ausbildungsträger stattfinden, der andere steht quasi zur freien Verfügung und kann z.B. auch in einer Pflegeberatungsstelle, einem Hospiz oder einer Apotheke geleistet werden.