Ausbildungsfinanzierung

Refinanzierung der Pflegeausbildung in SH

Ausbildungspauschale, Schulbudget, Organisationspauschale und Vergütung von Praxisanleitung in Zahlen

Ausgleichszuweisung / die Ausbildungspauschale

Hierbei handelt es sich um die Erstattung der Ausbildungskosten über eine Pauschale, die in den jeweiligen Bundesländern verhandelt wird. Pro Jahr werden den Trägern der praktischen Ausbildung diese Mittel zur Verfügung gestellt.
In 2022 beträgt die aus dem Ausbildungsfonds SH ausgezahlte Summe 8.200,00 € pro Auszubildender/m,
in 2023 erhöht sich die Pauschale auf 8.400,00 €.

Damit werden im Wesentlichen die Kosten für den erhöhten Aufwand der Praxisanleitung (Weiterbildung, Fortbildung, Fahrtkosten, Vor- und Nachbereitungszeit etc.) sowie für Ausbildung und Prüfungsvorbereitung erforderliche Lehr- und Arbeitsmittel refinanziert. Auch individuelle Bedarfe wie z.B. Sprachförderung können so finanziert werden. Für die Verwendung der Pauschale ist kein Nachweis erforderlich.

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung orientiert sich am Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes und ist refinanziert. Im ersten Ausbildungsjahr erstattet der Ausbildungsfonds die Ausbildungsvergütung zu 100%, im zweiten und dritten Jahr verbleibt ein Wertschöpfungsanteil beim Träger der praktischen Ausbildung: Im stationären Bereich ist dies ein Anteil von 1:9,5 des durchschnittlichen Bruttogehalts einer Vollzeit-Fachkraft, im ambulanten Bereich ein Anteil von 1:14.

Für Überstunden und Nachtdienste haben auch Auszubildende Anspruch auf Zuschläge auf die Ausbildungsvergütung.
Mit einer sog. Spitzabrechnung kann der Ausbildungsträger die zunächst ausgelegten Mehrkosten für Zuschläge nachträglich für das abgelaufene Kalenderjahr vom Ausbildungsfonds zurückerlangen.

Refinanzierung der Praxisanleitung

Sofern kein Ringtausch möglich ist, kann externe Praxisanleitung derzeit mit folgenden Pauschalen (Brutto Personalkosten, Sachkosten und ein 25%iger Aufschlag an Vor- und Nachbereitungszeit) dem entsendenden Betrieb in Rechnung gestellt werden.

Aktuell sind für die Leistung der Praxisanleitung 57,88 € pro Stunde (brutto) verhandelt und empfohlen, daraus ergeben sich für 2022 Pauschalen für Einsätze von

400 Std. =  2.940,54 €
120 Std. =     882,16 €
80 Std. =     588,11 €

Für 2023 gilt ein Stundensatz von 59,30 € und folgende Pauschal-Beträge:
400 Std.  =  3.012,26 €
120 Std.  =     903,68 €
80 Std.  =     602,45 €

Info zur Zusammensetzung der Praxisanleitungs-Pauschalen

  • Std.-Satz (PE-Kosten und Sachkosten) Praxisanleitung = 57,88€ (2022)
  • zzgl. 25% Vor und Nachbereitungszeit (berechnet auf 10 % des Einsatzes)
  • Anteil unvorhergesehener Aufwand (Berechnung entspr. 5 Std./3 Jahre)

Schulbudget

Auch die Schulen bekommen pro Auszubildender/m pro Ausbildungsjahr einen Anteil aus dem Ausbildungsfonds, um z.B. die Kosten für Lehrpersonal, Sach- und Betriebskosten, Aufwendungen für Praxisbegleitung etc. zu decken. Das Schulbudget beläuft sich in Schleswig-Holstein in 2022 auf 8.300,00 € und steigt in 2023 auf 8.500,00 €.

Organisationspauschale Pflegeschulen

Sofern der Träger der praktischen Ausbildung mit der Pflegeschule
1. einen Einzelvertrag mit Aufgabenübertragung abgeschlossen hat oder
2. in einen Verbundvertrag eingetreten ist
wird die Pflegeschule für den vertraglich festgelegten Umfang der zu übernehmenden Aufgaben (in der Regel die Anbahnung der Kooperationen für die Praxiseinsätze und die Erstellung des Ausbildungsplans) eine Pauschale erheben, die üblicherweise in drei Raten zu Beginn eines jeden Ausbildungsjahres fällig wird.

Die abrechenbaren verhandelten und empfohlenen Pauschalen sind
ab Ausbildungsbeginn 2022 = 908,13 €
ab Ausbildungsbeginn 2023 = 930,27 €

Wollen Sie es glauben oder nicht?

Aufgeschnappt!

Ich habe da irgendwo gehört:

In Praxiseinätzen sollte auf zuschlagsberechtigte Arbeitszeiten verzichtet werden, da diese nicht refinanziert sind.

Stimmt nicht, denn:

Auszubildende in der Pflege sollen den gesamten Arbeitsalltag kennenlernen, also auch unterschiedliche Schichtzeiten. Nachtdienste sind im dritten Ausbildungsjahr sogar verpflichtend.
Natürlich haben auch Auszubildende Anspruch auf Zuschläge auf die Ausbildungsvergütung für besondere Arbeitszeiten und Überstunden.
Mit einer sog. Spitzabrechnung nach Jahresabschluss kann der Ausbildungsträger die zunächst ausgelegten Mehrkosten für Zuschläge vom Ausbildungsfonds zurückerlangen.

Grundlagenseminar:
Generalistische Pflegeausbildung

Aufbau, Organisation und Strukturen:
Wichtiges und Wissenswertes zu
Lernortkooperationen, Ablauf, Finanzierung und Rahmenbedingungen;
mit anschließender Diskussion

Veranstaltung und Durchführung:
Koordinierungsstelle Netzwerk Pflegeausbildung SH

am 12. Oktober 2022
13:30 - 14:30 Uhr

- ONLINE -

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